KZ Mauthausen

Besuch des KZ Mauthausen

Am 20.9.2013 besuchte die 9. Klasse der Mittelschule Salzweg das Konzentrationslager in Mauthausen/Oberösterreich.

Ein Student begrüßte uns und führte uns erst durch die Außenanlagen des KZs. Wir erfuhren, dass hier viele SS-Leute in Baracken wohnten und auch einige Freizeitmöglichkeiten angeboten bekamen, z.B. Schwimmbad, Kino und Fußballplatz. Die Bevölkerung von Mauthausen wurde immer wieder zu Spielen eingeladen. Um so verwunderlicher ist es, dass behauptet wurde, nichts von den Lagerinsassen gewusst zu haben, obwohl auch das Krankenhaus (hier überlebten die Kranken immer nur wenige Tage),direkt neben dem Fußballplatz stand. Da das Lager am Berg gebaut wurde und einige Bauernhäuser rundum bewohnt waren, mussten viele Leute Einsicht gehabt haben. Die Gefangenen mussten vom Bahnhof des Ortes bis zu ihrem Arbeitslager 40 Minuten zu Fuß gehen. Anfangs waren es nur Männer, ab 1944 aber auch Frauen und Kinder. Unser Guide zeigte uns auch den „Arbeitsplatz“ der Insassen, den Steinbruch. Hier starben die meisten Gefangenen.

Auf dem Weg zum Inneren des Lagers kamen wir an vielen verschiedenen Denkmälern vorbei. In Mauthausen wurden neben den Juden noch Menschen aus ca. 40 Nationen eingesperrt.

Wenn die Verurteilten in den Hauptbereich kamen, wurden sie erstmals am ganzen Körper rasiert, mussten dann duschen (manchmal eiskalt, dann wieder kochendheiß, mal eine Minute, dann 20 Minuten), daraufhin bekamen sie eine Nummer und Anstaltskleidung. Nach mehreren Stunden Stehen am Hauptplatz (zur Überprüfung der Arbeitsfähigkeit)bei Hitze und Schneetreiben bekamen sie einen Platz in einer der Baracken zugewiesen. Da gab es nur sehr wenige Toiletten, 2 etwas größere Waschbecken und 2 Schlafräume mit Stockbetten. In der „Hochzeit“ lagen bzw. saßen hier 3 – 6 Leute in einem kleinen Bett, bis zu 1000 Menschen in einer Baracke. Zu Essen bekamen sie am Tag 800 kcal., schließlich brauchte keiner mehr als 6 Monate im KZ überleben, es kam ja ständig Nachschub.

Der junge Student führte uns am Gedenkfriedhof vorbei durch viele Gebäude und erklärte uns die Bedeutungen. So sahen wir eine Gaskammer, mehrere Krematorien, einen Raum, in dem die Gefangenen durch Genickschuss oder durch den Galgen ermordet wurden. In einem Raum standen die Namen von 80000 Opfern, teilweise durch Bilder unterstützt.

Am Ende unseres Besuches gingen wir in den Steinbruch. Uns wurde bewusst, wie schwierig der Felsabbau gewesen sein muss, wie viele Menschen hier ums Leben kamen. Uns fiel es schwer, die 187 unterschiedlich hohen Stufen der Todestreppe wieder hinauf zu gehen. Die meist schon sehr schwachen Gefangenen mussten diese mehrmals am Tag noch mit einem bis zu 50 kg schweren Stein bewältigen. Wenn es einem Gefangenenwärter gefiel, wurden sie wieder hinabgestoßen!